Reykjavík, mein Schulplatz

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Bevor ich euch von Reykjavik vorschwärme, möchte ich euch noch kurz von unserem kleinen Ausflug zum Seljavallalaug gestern erzählen. Das Seljavallalaug ist eines der brühmten Naturbäder in Island. Das 35-38 Grad heiße Wasser kommt direkt aus einer heißen Quelle und wird durch ein Rohr in die einfache Vertiefung im Boden geleitet. Nach dem Baden in diesem Quellwasser hat man übrigens richtig weiche Haut;)

Warum ich mich gestern nicht gemeldet habe? Ganz einfach, zu müde und irgenwie keine Lust.

Mein Schulplatz: Nachdem wir wirklich nur Probleme damit hatten eine Schule für mich zu finden, hatten wir heute endlich das Gespräch bei meiner zukünftigen Schule. Es war einfach super! Eigentlich war es ein wenig komplizierter als das, aber ich erspare euch Einzelheiten. Meine Schule für das nächte Jahr heißt Hagaskóli und ich werde dort die zehnte Klasse besuchen. Am 22.August um zehn Uhr morgens geht es los und ich bin super aufgeregt. Jetzt schon. Ich freu mich auch. Aber ich habe auch Angst. Ein wenig zumindest.

Ich hatte heute übrigens eine kleine (große!) Sprach-Errungenschaft: Wir waren heute in einem Buchladen und ich habe den Verkäuer nach einer bestimmten Person gefragt, auf isländisch. Mit meinen eigenen Worten. Allein das schon ist gut für mich, doch bevor ich meine Frage schon rein prophylaktisch auf englisch wiederholen konnte, meinte der Mann nur so:,, okéy augnablick“ und ist die Person holen gegangen.

Das mag sich für euch belanglos anhören, aber das war für mich das allererste Mal, dass ich mit einer fremden Person isländisch gesprochen habe. Ich hoffe, ich traue mich auch in der Schule etwas von meinem (harterarbeiteten;) isländisch zum Besten zu geben.

Sorry für den etwas langweiligen Text, aber das sind halt die Dinge, die mich gerade so beschäftigen.

Ich melde mich bald wieder, bis bald.
Pauli

 

Mein neues Lieblingsfoto und das Flugzeugwrack

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,,Das ist der schönste Ort, an dem ich je war“. Das denke ich mir jeden Tag hier …
Und das ist zumindestens das schönste Foto, welches ich je gemacht habe, finde ich. Fjaðrárgljúfur heißt diese 2 Kilometer lange und 100 Meter tiefe Schlucht.
Leider war es heute relativ kalt und es hat die ganze Zeit genieselt, deshalb sind wir nicht weit gewandert.

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,,Það er drulla veður í dag!“ [es ist scheiß Wetter heute]  Genau mit diesem Satz würde mein Isländischlehrer seine Stunde einleiten, wenn ein Wetter wie heute ist. Nieselregen gepaart mit starkem, eiskaltem Wind. Und trotzdem: Irgenwie sieht alles hier trotzdem total genial aus! Das Foto ist an einem der schwarzen Strände in Vík aufgenommen.

Und zu guter Letzt haben wir noch den 4 km Weg zu Islands bekanntestem Flugzeugwrack gewagt. Wer mehr über dieses mysteriöse Wrack wissen will, kann sich ja mal diesen Artikel durchlesen:   https://motherboard.vice.com/de/article/pgkjxz/die-geschichte-von-islands-mysterioesem-geister-wrack-gerettet-vom-fluganfaenger

Ich gehe jetzt auch mal schlafen. Gute Nacht.

Jökulsarlón: ein unglaublicher Ort

,,Mama was ist das denn?!“ … Genau diese Frage habe ich im Auto gestellt als wir von der Ringstraße die Eisschollen im Jökursarlón sehen konnten. Tja, das sind einfach nur Eisstücke, die sich vom Breiðamerkurjökull, einer besonders großen Gletscherzunge des Vatnajökull, ablösen und dann in jener Meeresenge verweilen bis sie in den Atlantik treiben.
Die ,,Mini-Eisberge“ bilden das Zuhause diverser Vögel und Robben.
Natürlich haben wir auch das jahrtausendealte Gletschereis probiert und für gut befunden. Jedenfalls besser als das Leitungswasser in Berlin. Der ,,See“ an sich ist richtig doll salzig, das war ganz bäh! Ich denke, man sieht auf den Bildern ganz gut, was für ein einzigartiger Ort das ist, es war wirklich wunderschön dort.

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Danach sind  wir  ein Stück weiter zu einem Naturschutzgebiet gefahren, von dem aus man zumindest bis an den Gletscher wandern kann. Allerdings waren dort SO viele Touristen und damit WIRKLICH viele Touristen, dass wir uns dazu entschlossen haben, lieber schon mal zu unserem nächsten Guesthouse in Kirkjubæjarklaustur zufahren.
Da wir noch nicht einchecken konnten, aber schon ziemlich müde von unserer ersten Wanderung um den Jökursarlón waren, wollten wir dann noch so eine kurze Oma- Wanderung machen. Naja. War dann doch ziemlich anstrengend.
Beim Heruntergehen hat sich meine Mutter ihrer Höhnangst gestellt und mehr als wacker geschlagen!
Ach übrigens, wir haben mega gutes Wetter hier!
Bis morgen! Pauli

Ankunft in Höfn

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200 Kilometer und 3 Stunden Autofahrt später sind wir hier in Höfn angekommen. Allein der Weg hierhin war schon wunderschön. Mehrmals haben wir auf dem Weg angehalten um die Weiten Islands zu bewundern. (Foto oben)
Übrigens sehr interessant was unser Straßenatlas alles unter ,,befestigter Straße“ versteht;)

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In Höfn angekommen, haben wir noch eine kleinere Wanderung gemacht und ich konnte endlich ein Schafsfoto machen! Streicheln lassen sich die Schäfchen hier aber nicht.
Auf der Spitze hatten wir ein wahnsinnig tollen Ausblick über die Gletscherflüsse, die nur im Sommer entstehen.

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Anhang: Höfn wird übrigens korrekt wie ein unterdrückter Schluckauf ausgesprochen (Höppn).

Macht’s gut, Pauli.

Erster Sturz, jenseits der Touristentrails

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Heute waren wir wieder wandern. Dieses Mal in dem Naturschutzgebiet Reyðarfjörður, welches neben dem gleichnamigen Ort liegt. Von einem kleinen Aussichtspunkt führte relativ versteckt ein Wanderweg den Berg hinunter, vorbei an Stachel- und (unreifen) Blaubeeren bis hin zu einem kleinen Kiesstrand. Ich habe den Wander-Trampelpfad verlassen und dabei ist dieses Foto der Westfjorde Islands entstanden. Der Trampelpfad ging danach an einem Berghang vorbei, wo man etwas klettern musste, aber da die Höhenangst meiner Mutter unbezwingbar schien, drehten wir um;)
Nicht so schlimm, so konnten wir noch eine andere Abzweigung des Weges ausprobieren und standen auf einmal inmitten einer  riesigen Wiese. Das Flüstern der Gräser, das leise Rauschen eines Wasserfalls einen Berg weiter, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schön das ist. Abgelenkt von der schönen Natur, achtete ich nicht auf den Weg und ehe ich mich versah, saß ich auf meinem Hintern und mein rechtes Bein steckte zwischen zwei Steinen in einem Loch. Kurzer, starker Schmerz und fetter blauer Fleck, mehr ist nicht passiert.

Und genau wegen solchen Sachen, meine Lieben, niemals alleine in Island wandern gehen!

 

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Über diese kleinen Inseln rollte eins ein Gletscher. Heute werden sie von den Isländern liebevoll ,,Walrücken“ genannt.

Heute Abend waren wir in einem ,,Sundlaug“. So heißen die Schwimmbäder hier, oder besser gesagt die Freibäder. Jep, man schwimmt draußen mit Blick auf einen Wasserfall, einen Gletscher und diversen Bergen. Besser gesagt, schwimmt man nicht, man sitzt die meiste Zeit in einem der heißen Bäder, auf isländisch ,,heitur pottur“ und chillt.
In diesen ,, heißen Töpfen“ wurden schon Bankverträge abgeschlossen und Finanzen ausdiskutiert. Letzteres haben wir heute erst selbst mitbekommen.

Bis morgen, Pauli

Frage: Wollt ihr eigentlich mehr Bilder sehen? Oder mehr emotionalen Text lesen? Oder vielleicht ,,Reisetips“ ?

Lasst es mich wissen!

Fährenfahrt, unsere erste Wanderung und Eskifjörður

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Also meine Lieben, wie ihr sehen könnt, sind wir gut in Island angekommen. Wir wären aber nicht meine Mutter und ich, wenn nicht davor irgendetwas schief läuft.
Jep, wir haben unser Auto auf dieser riesen Fähre nicht mehr gefunden. Nicht etwa, weil wir uns den falschen Parkdeckausgang gemerkt haben (Deck 4), sondern weil das ganze Parkdeck, nachdem wir bereits auf dem Schiff waren, hochgefahren ist und somit zum Deck 4A wurde. Das haben wir natürlich nicht mitbekommen und durften schön blöd unser Auto suchen.
Wie dem auch sei, jetzt sind wir hier und es fühlt sich einfach unglaublich an. Man traut sich gar nicht im Auto für eine Sekunde die Augen zu schließen aus Angst irgendetwas von der einzigartigen Natur zu verpassen: Links und rechts von der einspurigen (Haupt!) Straße rinnen Wasserfälle die Berge und Vulkane runter und kleine Schäfchen, deren Beine vor lauter Wolle kaum noch zu sehen sind, grasen auf offenen Wiesen an den Bergfüßen. Ich fühle mich hier unheimlich wohl.
Gerade befinden wir uns in unserem ersten Guesthouse in Eskifjörður, nicht weit von dem Dorf wo die Fähre angelegt hat in Ostisland. Das Bild, was ihr oben seht, ist der Blick aus unserem Zimmer.

Ich entschuldige mich übrigens dafür, dass ich immer erst recht spät uploade, aber das kommt, weil ich hier zwei Stunden vor eurer Zeit lebe;)
Bis bald, Pauli

Erster Stop: Dänemark

DSC_0285Nach neuneinhalb Stunden Fahrt melde ich mich hier aus unserem Hostelzimmer in Hirtshals.
Die Fahrt verlief bis auf kleinere Navigationsschwierigkeiten ganz gut. Den Strand haben wir auch schon kennen gelernt und natürlich das Wetter. Regen, Sonne, Wind, warm, kalt. Sprich: Jacke zu, Jacke auf, Jacke umbinden, Jacke an. Da fühlte ich mich schon ganz wie in Island. Island. Tja, morgen früh geht’s auf die Fähre und dann ab nach Island. Ob ich aufgeregt bin, fragt ihr? OB ICH AUFGEREGT BIN, auf einen Moment, auf den ich mich nun schon seit etwas länger als einem Jahr freue? JA ABER SOWAS VON aykaramba.
Drückt uns die Daumen, dass alles gut geht und ich auch meine Reitsachen ins Land einführen darf.

Ich melde mich dann das nächste mal wahrscheinlich in drei Tagen (endlich) aus Island.

PS: an meine Klassenkameraden: ich bin total gespannt auf die Sachen, die ihr mir in mein Buch geschrieben habt. Ich werde es morgen um 14:00 öffnen. Ich hoffe die Sonne scheint dort über jedem einzelnen von euch. Fühlt euch gedrückt.

Liebe Grüße Pauli

Wie alles begann

Warum Island?

Diese Frage höre ich immer zuerst, wenn ich mein Reiseziel verkünde.

Nun das ist ganz leicht.

Im Sommer 2015 war ich das erste mal in Island. Genauer gesagt in Reykjavik. Wir vollzogen einen Wohnungstausch und wegen der drei tägigen Überschneidung hier in Berlin hatten wir die Möglichkeit unsere Tauschpartner, eine nette fünfköpfige Familie kennen zu lernen.

Eine lockere Freundschaft entstand.

In Island verliebte ich mich schon bei meiner ersten Reise.

Nachdem wir einen erneuten Wohnungstausch aus finanziellen gründen ablehnen mussten, lud mich die Familie ein, den Sommer bei ihnen zu vollbringen. Ich konnte mein Glück kaum fassen und sagte glücklich zu.

Aus einer losen Freundschaft wurden echte Freunde.

Zu diesem Zeitpunkt lernte ich schon fast ein halbes Jahr isländisch. Ich weiß selbst nicht mehr genau warum ich angefangen habe. Erst war es nur ein online Kurs. Dann ein richtiger Sprachkurs an der vhs.

Nach diesem einzigartigem Erlebnis war für mich klar, wenn Auslandsjahr, dann Island.

Spulen wir etwas vor. Zu dem Zeitpunkt wo ich von afs (der einzigen Organisation, die ein Auslandsjahr in Island anbietet) eine Zusage für Dänemark erhielt. Ich war traurig.

Ich gab jedoch nicht auf und suchte nach einer anderen Möglichkeiten meinen Traum zu verwirklichen.

Wieder war es jene Familie, die die rettende Idee erbrachte. Wir sind ein Halbes Jahr in Kopenhagen, wollt ihr nicht für die Zeit in unserem Haus wohnen? Mit ,,ihr“ waren meine Mutter und ich gemeint, denn meine Mutter plante ein Sabbatical Jahr (5 Monate bezahlten Urlaub) zu machen.

Gesagt, getan. Nach einigem hin und her war auch der perfekte Mieter für unsere Wohnung in dem Zeitraum August bis Dezember gefunden.

Für die restliche Zeit des  Schuljahres, hoffe ich eine Gastfamilie zu finden:)

Mein Island-Auslandsjahr

btyWas erwartet euch hier?

Im großen und ganzen: Fotos und Infos und zwar über mein Jahr in Island.

Wie alles begann erfahrt ihr im nächsten Post.

Ich weiß noch nicht wie häufig ich posten werde, aber ich gebe mir Mühe möglichst aktiv zu sein. Fragen und Kommentare sind immer willkommen!

Bis dahin, macht’s gut

Pauli